Tweet von SVP-Mitglied fordert «Kristallnacht für Moscheen»


Vom Twitter Account des SVP-Mitglieds und Bloggers Alexander Müller wurden hetzerische Tweets gegen Muslime abgesetzt. Die SVP bekommt nicht zum ersten mal mit rechtsextremem Gedankengut Probleme.Quelle

Soziale Medien haben ein bedeutendes Kommunikationspotential, das haben inzwischen auch Schweizer Politiker entdeckt. Twitteraffine Politiker nutzen sie, um ihre Meinung zu allem Möglichen zu verkünden, sie lesen gern auch beim politischen Gegner mit und liefern sich Dispute. Aber so dienlich Facebook und Twitter der Selbstpromotion sind, so tückische Folgen können sie haben. Denn sie funktionieren zwar wie ein vertrauliches Gespräch, aber letztlich sind es öffentliche Plattformen. Und ehe man es sich versieht, ist ein Shitstorm in Gange.

So geschehen in der Nacht auf Sonntag. Vom Twitter-Account @dailytalk wurde ein Tweet folgenden Inhalts abgesetzt: «Vielleicht brauchen wir wieder eine Kristallnacht…diesmal gegen Moscheen.» Der Account gehört Alexander Müller, seines Zeichens Schulpfleger und Mitglied des Vorstands der SVP Stadt Zürich Kreis 7 und 8. Theoretisch wäre es möglich, dass Müller die Tweets nicht selber verfasst hat. Aber seine einzige Reaktion bestand bislang darin, die Unterhaltungen zu löschen. Für eine Stellungnahme war Müller nicht zu erreichen. Müller betreibt auch einen Blog namens Dailytalk, in dem er sich freimütig zu allen möglichen Themen äussert. Dort stellt er sich mit folgenden Worten vor: «Meine politische Ausrichtung ist rechtsbürgerlich, wirtschaftsliberal und gesellschaftsliberal. Dies deckt sich auch mit meiner parteipolitischen Zugehörigkeit zur SVP, deren Mitglied ich seit 2005 bin und zu deren Wählern ich seit den 1990er Jahren gehöre. Ich stehe ein für freie Meinungsäusserung, individuelle Entfaltung und ein selbstbestimmtes Leben innerhalb vernünftiger gesetzlicher Grenzen.» Ob er diese gesetzlichen Grenzen nicht überschritten hat und mit seinem Tweet gegen die Rassismus Strafnorm verstösst, wäre nun zu prüfen.

Die Äusserung fiel in einer Diskussion über einen Schönheitswettbewerb in Saudi Arabien, in dem die Frauen sich gar nicht im Bikini zeigen mussten, wie @dailytalk bemängelte, worauf er den Niedergang des Dialogs zwischen «unseren Eliten und den Muslimen» beklagt und feststellt, es gäbe in der Schweiz Muslime, die sich berechtigt fühlten, ihre Frauen zu schlagen, wenn diese ihnen sexuell nicht gefällig seien.

«Dummes Arschloch»

Der Kristallnacht-Tweet sorgte auf Twitter für heftige Reaktionen. Es kam zu Diskussionen, in denen Müller einen anderen Twitterer namens Stefan Ludwig mit «dummes Arschloch» betitelte. Ludwig twittert unter dem Namen @Dachantenne, (Vater. Ehemann. Software Engineer. Künstler. St.Gallen, Switzerland). Die persönlichen Unflätigkeiten seien ihm egal, sagt er auf Nachfrage. «Aber sich so über die Kristallnacht zu äussern geht zu weit.» Er bat die SVP per Twitter um eine Stellungnahme: «Liebe @SVPSchweiz, ist @DailyTalk für ihre Partei tragbar? Ist das mit ihrem Gedankengut vereinbar?»

Zum wiederholten Male sind nun SVP-Vertreter auf sozialen Medien mit rassistischen Äusserungen aufgefallen. SVP-Kantonsrat Claudio Zanetti, der unter dem Namen zac1967 twittert, bezeichnete Araber in Tweets als «Kameltreiber». Valentin Kalt, der unter @SvpKaltZH3 twittert, äusserte sich über Chinesen als «Schlitzaugen.» Dies alles sorgt jeweils für Diskussionen, worauf sich die Twitterer rechtfertigen. Motto: Wir pfeifen auf Political Correctness und nennen die Dinge beim Namen oder die Worte seien «in der Wut» gefallen.

Die SVP und der rechte Rand

Müller hat derweil seine SVP-Zugehörigkeit aus seinem Twitterprofil gelöscht. Denn die SVP hat schon genug Probleme mit Sympathisanten vom rechten Rand. Dazu gehört auch der Fall Ignaz Bearth-Holdener. Der Uzwiler, so berichtete das «St.Galler Tagblatt», benutzte das SVP-Logo und den Namen der Partei, um einen Freundeskreis SVP–FPÖ ins Leben zu rufen, der die «Kooperation zwischen den patriotischen Parteien stärken und der Islamisierung Europas entgegentreten» solle. SVP-Kantonalpräsident Herbert Huser verbot Bearth-Holdener daraufhin die Verwendung von Logo und Namen, weil er sich nicht mit der Parteileitung in Verbindung gesetzt hatte. Ausserdem sei er gar nicht Mitglied der Partei. Das wiederum erzürnte Bearth-Holdener und seine Sympathisanten, die Herbert Huser massiv beschimpften, weil er so mit einem Parteimitglied umgehe.

  Nachträgliche Reue  Quelle  !!!  Quelle !!!

5 Gedanken zu „Tweet von SVP-Mitglied fordert «Kristallnacht für Moscheen»

  1. In einer von Gutmenschen und Rotfaschisten dominierten Gesellschaft derart seine Meinung kundzutun – wenn auch vermutlich aus dem Zusammenhang gerissen – ist halt keine gute Idee. Twitter und Co. werden noch so Manchem auf die Füsse fallen zumal, wie die Dienste ja schon selbst zugegeben haben, gelöschte Daten nur ausgeblendet aber niemals gelöscht werden – ein Fest für Schnüffler, ob für „Hacker“ oder Lakeien der gerade am Ruder sitzenden Landesverräter.

  2. von Bluberbär
    Wieso die Meinungsfreiheit verloren? Er konnte doch seine Meinung kund tun und wurde dafür weder ins Gefängnis gesteckt, noch gelyncht. Lediglich die Konsequenzen aus seinem Handeln musste er tragen

    @Bluerbär
    Genau, Meinungsfreiheit bedeutet alles zu äussern ohne jegliche Konsequenzen wie in den USA. Dort ist so eine Äusserung erlaubt. Eines muss jedoch gesagt werden, seine Verlautbarung ist Aufruf zur Gewalt und das ist strafbar. Doch sonst muss alles erlaubt sein, ausser Personen „Persönlich“ mit dem „Namen“ zu nennen, dass und nur das ist Meinungsfreiheit. Währe er nicht in unserer Partei, hätte es wohl kaum so ein auffuhr gegeben.

  3. von Auslandschwätzer
    Alexander Müller handelte sehr unklug! Ein naiver Anfänger. Solche Leute sollten nicht Po-litik machen! – Aber klar & logisch, dass gerade solche Typen in ihrer Überheblichkeit genau dies wollen, da sie nicht wissen, WIE der Hase läuft… & von den 2 Igeln am Ackerrand keine Ahnung haben!

    Doch:
    So wie A. Müller d e n k e n noch viele. Diese jedoch weder twittern noch darüber sprechen mögen!

    Diese schlimmen Sache(n)* ist/sind schon lange NICHT mehr zu stoppen.
    Denn sie wurden ganz bewusst und hundsgemein seit langer Zeit eingefädelt!
    Es kommt jetzt, was zwangsweise kommen muss!

    * z.bsp: Überfremdung, Asylbetrug etc…

    Von den (immer schön pc-zensierten) Mainstreammedien-Kommentaren
    bin ich dennoch fast etwas überrascht -> wie gehirngewaschen das CH-Volk noch immer ist!
    Gute Nacht Helvetia – ein böses Erwachen steht an!

    @ Auslandschwätzer

    Ja zu stoppen ist der lauf der dinge schon lange nicht mehr. Leider muss auch ein Text genau durchdacht werden bevor man in veröffentlich. Sonnst hat jeder Probleme. Den die Meinungsfreiheit wurden durch das Anti Rassismus Gesetzt vom Schweizer Volk angenommen. Nun können wir alle es ausbaden.

  4. von K.H

    Bevor man jetzt wie dieser Schwätzer Auslandschweizer über Alexander Müller herzieht, sollte man sich vor Augen halten, dass die Medienberichterstattung jenseits von gut und böse war. Der Tagesanzeiger hat ja inzwischen eingeräumt, dass er mit seinen Interpretationen über Müllers Tweet zu weit gegangen ist, falls ihr das noch nicht mitbekommen habt.

    http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Ich-erlebe-seit-letztem-Sommer-den-sozialen-Tod/story/11144999

Unser Blog enthält Themen die in der Komplexität nicht für Jugendliche geeignet sind. Wir tolerieren keine Gewaltaufrufe und rassistische Äusserungen. Bruderschaft 1291

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