Rechtsextreme in der Schweiz!


Auf den ersten Blick scheint sich die rechtsextreme Szene in den letzten Jahren ruhiger zu verhalten als auch schon. Der Lagebericht 2013 des Schweizer Nachrichtendienstes hält zwar fest, dass das Gewaltpotenzial von Rechts- und Linksextremismus weiterhin bestehe, die innere Sicherheit dadurch aber nicht gefährdet sei. Quelle

widerstand1

Es heisst allerdings auch: «Im Bereich Rechtsextremismus hat sich das klandestine Verhalten verstärkt. Welche Konsequenzen sich daraus ergeben, ist noch nicht absehbar.» Auch andere Beobachter der rechten Szene konstatieren tendenziell einen Rückzug der Akteure: «Die extreme Rechte schwächelt und steht im Schatten der übermächtigen SVP, die ähnliche Themenfelder besetzt», schreibt die Antifaschistische Aktion (Antifa) in ihrer Broschüre «Die braune Szene der Schweiz».Anfang des letzten Jahrzehnts hingegen sorgten die Neonazis mit öffentlichen Auftritten für viele Schlagzeilen: Am 1. August 2000 störte eine Gruppe von rund 100 Rechtsextremen die Rede von Bundesrat Kaspar Villiger. 2001 ermordeten vier Mitglieder des Ordens der arischen Ritter in Interlaken ihren 19-jährigen Kameraden Marcel von Allmen, weil dieser das Schweigegelübde der Gruppe gebrochen hatte. Bis Mitte der 2000er-Jahre  machten die Neonazis immer wieder mit grossen Festen, Rechtsrockkonzerten und Schlägereien auf sich aufmerksam, parallel dazu wurden politische Parteien wie die Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) gegründet. «Seit ungefähr 2008 stagniert die extreme Rechte auf hohem Niveau», stellt die Antifa fest. Skeptischer gegenüber der scheinbaren Beruhigung der rechtsextremen Szene ist Damir Skenderovic (48), Professor für Zeitgeschichte an der Universität Freiburg und Rechtsextremismus-experte. «Das Problem ist, dass es viel zu wenig Ressourcen für die Erforschung und Beobachtung dieser Szene gibt. Wir wissen schlicht nicht genug, und es fehlt die Bereitschaft, das Phänomen längerfristig anzuschauen.» Nach dem Rütli-Zwischenfall wurden vier Millionen Franken in ein nationales Forschungsprogramm investiert. Auch Skenderovic war daran beteiligt. Eine Teilstudie ergab etwa, dass jeder Zehnte von 3000 befragten Schülern zwischen 16 und 20 Jahren schon mal mit rechtsextremer Gewalt konfrontiert war. Diese Auseinandersetzungen fanden hauptsächlich am Wochenende, nachts und im öffentlichen Raum statt. Fast noch beunruhigender: Knapp 10 Prozent der befragten Jugendlichen sympathisierten mit rechtsextremen Gruppierungen. «Die Erkenntnisse des Forschungsprogramms waren wichtig, aber die meisten Forschenden beschäftigen sich seither wieder mit anderen Themen», sagt Skenderovic. Der Geschichtsprofessor definiert Rechtsextremismus und Rechtspopulismus als eine «Ideologie der Ausgrenzung, die diskriminierende Wirkung hat». Ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden Strömungen ist die Radikalität der Mittel und Äusserungen sowie die Gewaltbereitschaft. Die extreme Rechte lehnt «das System» rundweg ab und will eine nationale Revolution. «In vielen Ländern Europas haben rechte Ideen im Zuge der Wirtschaftskrise derzeit Zulauf», beobachtet Skenderovic. Und die Schweizer Rechts-Szene sei international gut vernetzt. «Ich bin skeptisch, dass sich die Situation in der Schweiz von anderen Ländern grundlegend unterscheidet, auch wenn die Szene im Moment öffentlich weniger präsent ist.» Fabian Eberhard (30) schätzt, dass der harte Kern aus rund 1000 Personen besteht. Er ist Redaktor der «SonntagsZeitung» und recherchiert seit knapp drei Jahren im rechtsextremen Umfeld. «Die Szene besteht vor allem aus Einzelpersonen, die in kleinen Kollegenkreisen aktiv sind.» Die etablierten Gruppen kämen zum Zug, wenn es darum gehe, etwas Grösseres zu organisieren. In den letzten Monaten sorgte eine sogenannte Legion Werwolf in der Schweiz für Schlagzeilen, auch wegen der engen Vernetzung zur deutschen Neonazi-Szene. Deren Ziel: «das System Bundesrepublik zu beseitigen». Eberhard hält die Gruppe durchaus für ernst zu nehmend. «Ihr Auftreten ist äusserst militant.» Die Haupthassobjekte der Neonazis sind laut Eberhard die Linken, die Polizei und Ausländer im Allgemeinen. «Der Antisemitismus ist eher in den Hintergrund gerückt, dafür sind die Muslime ein beliebtes Ziel geworden.» Man dürfe diese Szene aber auch nicht überschätzen: «Wenn man liest, was im Internet so geschrieben wird, merkt man schnell, dass es viele Wirrköpfe darunter hat.» Die Hochburgen der radikalen Rechten sind im Berner Oberland, der Innerschweiz und der Region Genf. Aber während in der Schweiz die Neonazis noch recht klassisch auftreten, gibt es im Ausland trendigere, neue Rechtsbewegungen. «Gerade in Frankreich und Deutschland machen die sogenannten Identitären ziemlich Furore und ziehen ganz andere Junge an als unsere Rechtsextremen hier.» In Genf gibt es mit den Jeune Identitaires Genevois einen Ableger davon, und Eberhard erwartet, dass der Trend aus Europa irgendwann auch die Deutschschweiz erreicht. Derzeit hat allerdings auch er den Eindruck, dass es ruhiger geworden ist in der rechtsextremen Szene. «Trotzdem ist es wichtig, diese Leute im Auge zu behalten. Anders Breivik in Norwegen und die NSU-Morde in Deutschland haben gezeigt, dass es nur wenige braucht, die austicken.»

Die Politik und die Gesellschaft muss sich die Frage gefallen lassen, wieso gibt es so viele Kameradschaften (von denen Keine Gefahr aus geht)  in der Schweiz? Verbieten, verbannen, und  verfolgen, das alles bringt nichts, beginnt mit ihnen zu leben es wird sie immer geben.

Bruderschaft 1291

Ein Gedanke zu „Rechtsextreme in der Schweiz!

Unser Blog enthält Themen die in der Komplexität nicht für Jugendliche geeignet sind. Wir tolerieren keine Gewaltaufrufe und rassistische Äusserungen. Bruderschaft 1291

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s