Wir diskriminieren Secondos nicht»


SVP-Parteipräsident Toni Brunner wehrt sich gegen den Vorwurf, Secondos bei der Jobsuche gegenüber Schweizern benachteiligen zu wollen. Secondos Plus befürchtet dennoch eine Klassenteilung. Quelle

Schweizer vor Secondos: Bei einem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative müssten künftig Arbeitgeber bei der Jobvergabe Schweizer den hierzulande ansässigen Ausländern vorziehen. Das sagt der Migrationsrechtsprofessor Alberto Achermann gegenüber der Aargauer Zeitung. Es geht um einen Artikel, der eine «Berücksichtigung eines Vorranges für Schweizerinnen und Schweizer» festlegen möchte, an welchem sich die Kontingentierung auszurichten hat. Bisher galt im Ausländerrecht ein «Inländervorrang». Laut diesem wird auch die bereits anwesende ausländische Wohnbevölkerung vor Konkurrenz aus dem Ausland geschützt.SVP-Parteipräsident Toni BrunnerToni Brunner SVP, SG NationalratProfil anzeigenauf MerklisteVerbunden mit Verband Stahl-, Metall- und Papier-Recycling (VSMR) Schweiz weitere Verbindungen anzeigen aber will nichts von einer Bevorzugung von Schweizern gegenüber Secondos auf dem Arbeitsmarkt wissen: «Wir unterscheiden nicht zwischen Secondos und Schweizern. Mit dem Begriff Schweizerinnen und Schweizer sind auch die hier Ansässigen gemeint.» Dies sei auch die gängige Praxis vor der Personenfreizügigkeit gewesen, als grundsätzlich der Inländervorrang galt. «Die Unterscheidung zwischen Schweizern und Nicht-Schweizern, die jetzt von den Gegnern der Initiative gemacht wird, ist eine Spitzfindigkeit, um von den wahren Problemen der Massenzuwanderung abzulenken», sagt Brunner.Anstatt auf diesem nebensächlichen Artikel herumzureiten, sollte man sich auf den Kern der Initiative besinnen: «Es geht uns darum, dass man nur dann weitere Ausländer aus dem Ausland anstellt, wenn die Arbeitgeber auf dem inländischen Markt nicht fündig geworden sind.»Politologe Georg Lutz tut sich schwer damit zu glauben, dass die SVP unter dem Begriff «Schweizer» auch Secondos versteht. «Die Partei verbindet damit traditionellerweise eher das Bürgerrecht als die Niederlassung.» Spätestens wenn das Parlament die Initiative umsetzen müsste, ginge  es darum, was genau im Text steht, und nicht darum, was die SVP damit gemeint habe.Tvrtko Brzovic, Vorstandsmitglied von Secondos Plus, ist ebenfalls skeptisch: «Die SVP muss im Artikel klar definieren, dass auch Secondos unter den Begriff Schweizer fallen. Sonst droht wieder eine Durchsetzungsinitiative.» Brzovic befürchtet eine Klassenteilung der Bevölkerung und eine steigende Arbeitslosenquote bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund.«Wir Secondos, die in der Schweiz geboren wurden und hier zu Hause sind, werden mit diesem Artikel diskriminiert.» Bereits jetzt sei es schwierig, mit einem ausländischen Namen einen Job zu bekommen. Mit der Initiative werde die Jobsuche weiter erschwert. «Die SVP schafft selber Probleme, um sie dann politisch zu beackern», sagt Brzovic. Ein Viertel der Arbeitnehmer in der Schweiz habe keinen Schweizer Pass: «Die Schweiz baut auf uns. Doch die SVP will das Fundament der Schweiz zerstören», so Brzovic.In diesem Kontext von Diskriminierung zu sprechen sei falsch, kontert Brunner. Das Gegenteil sei der Fall: «Alle Secondos, die in der Schweiz leben, würden im Arbeitsmarkt gegenüber den 500 Millionen Europäern bevorzugt. Sie würden von unserer Initiative klar profitieren», ist Brunner überzeugt.

 

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