Jungem Kosovaren droht die Ausweisung


Ein Angeklagter erhält 12 Monate Gefängnis, weil er im Bahnhof einen Passanten verletzt hat. Nun droht ihm gar eine Ausweisung. Quelle

Als die Exfreundin von L.S. den Strafgerichtssaal verliess, schenkte die 17-Jährige ihrem Ehemaligen keinen Blick. Kurz zuvor hatte der 19-Jährige sich bei ihr mit den Worten: «Mein Verhalten war schlecht» entschuldigt. Es geschah im August letzten Jahres, als L.S. sie um eine nochmalige Chance bat. Sie wies ihn zurück, was der Schweizer mit kosovarischen Wurzeln laut Anklageschrift mit einer «schmerzhaften Ohrfeige auf ihre Backe» beantwortete. Und L.S. drohte seiner Exfreundin per SMS mit dem Tod. Die Parteien einigten sich gestern vor dem Strafgericht auf einen Vergleich. L.S. muss seiner Ex 500 Franken Genugtuung zahlen und darf ihr keine SMS mehr schicken. Der Straftatbestand der Drohung und der Tätlichkeit waren vom Tisch. Gegen L.S. im Raum standen noch Angriff, Raufhandel sowie einfache Körperverletzung. Letztere beide Anklagepunkte hat sich L.S. im De-Wette-Park eingehandelt. Betrunken mit Freunden einen Geburtstag zelebrierend bat er einen jungen Mann um Zigaretten. Als er keine erhielt, schlug er ihm mit der Faust ins Gesicht und trat ihm, als er am Boden lag, mit dem Fuss gegen den Kopf. Das Opfer hatte laut Arztbericht eine Rissquetschwunde am Nasenansatz. «Ich weiss nicht, warum ich das getan habe und bereue das wirklich», sagte L.S. dem Gerichtspräsidenten Marc Oser (SVP) und entschuldigte sich beim Opfer im Saal.Oser brummte L.S. eine bedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten bei einer Probezeit von drei Jahren auf. Sein Verteidiger Daniel Albietz forderte hingegen 480 Stunden gemeinnützige Arbeit. Für Oser machte das keinen Sinn, weil für «solche Gewalttaten eine Freiheitsstrafe» einfach sein müsse.Insgesamt stellte Oser dem in einem Wohnheim lebenden Attestlehrling eine gute Prognose aus. «Sie wollen Ihr Leben in den Griff kriegen und machen eine Therapie», sagte Oser. Ein härteres Urteil traf den zweiten Angeklagten A.S. Er wurde wegen versuchter schwerer Körperverletzung verurteilt. Der 19-jährige Kosovare muss für 12 Monate ins Gefängnis. Die Behörden könnten ihn damit des Landes verweisen.Die Tat geschah im April 2013 beim Ausgang in der Schalterhalle des Bahnhofs. A.S. verlor die Kontrolle über sich. Zusammen mit L.S. und vier weiteren Jugendlichen war der arbeitslose Teenager ohne Lehrabschluss um halb zehn Uhr abends Richtung Innenstadt unterwegs. Passant D.S. touchierte einen der jungen Männer mit seiner Tasche. Es folgte eine Auseinandersetzung, die darin mündete, dass A.S. dem D.S. zwei harte Faustschläge gegen den Kopf verpasste. Diese gab er vor dem Richter zu. Nicht so aber einen im Raum stehenden massiven Fusstritt gegen den Kopf von D.S., der sich Brüche am Gesichtsschädel, des linken Jochbeins, des linken Augenhöhlenbodens sowie des Nasenbeins und weitere Verletzungen zuzog.A.S. behauptete, er habe «nur» gegen den Oberkörper gekickt. Der Kopfkick müsse vom Mittäter stammen. L.S. verhielt sich laut Gericht defensiv und wurde vom Tatbestand des Angriffs freigesprochen. Klare Beweise wegen des Kopfkicks gingen auch bei der Befragung eines Anwesenden aus der Gruppe nicht hervor und der Ort des Geschehens lag im toten Winkel einer Bahnhofkamera. Noch Schlimmeres konnte verhindert werden, weil ein Fremder eingriff und die Schläger stoppte.Für Oser war es völlig unbegreiflich, dass A.S. aus einem «nichtigen Grund» zuschlug. «Sie hätten D.S. noch schwerer verletzen können. Das nahmen Sie in diesem Moment in Kauf, auch dass Sie den Kopf treffen könnten, weil sich das Opfer bewegt», sagte er.Der Anwalt von A.S., Matthias Aeberli, sah den Tatbestand der versuchten schweren Körperverletzung nicht gegeben. Er forderte eine Reduk­tion auf einfache Körperverletzung. Er wollte damit das Strafmass mildern, auch mit Hinblick auf eine mögliche Ausschaffung von A.S. Richter Oser blieb hart. «Das Ausländergesetz geht mich nichts an, ich bin nicht die Migra­tionsbehörde.» Aeberli will nach Prüfung des Urteils den Fall möglicherweise ans Appellationsgericht weiterziehen.

Der Jugo muss raus, ohne wen und aber

Unser Blog enthält Themen die in der Komplexität nicht für Jugendliche geeignet sind. Wir tolerieren keine Gewaltaufrufe und rassistische Äusserungen. Bruderschaft 1291

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