Extremisten in den USA verlieren an Zuspruch


Der Dreifachmord eines ehemaligen KKK-Mitglieds in Kansas erschüttert die USA. Kleiner Trost: Erstmals seit Jahren nimmt die Zahl rassistischer Extremistengruppen ab.Quelle

In die Enge Getriebene können in ihrer Notlage auf zwei Arten reagieren: Entweder sie resignieren oder sie schlagen blind zu. Der radikale Antisemit Frazier Glenn Miller wählte den Angriff: Am Sonntag wurde das 73-jährige Ex-Mitglied des Ku-Klux-Klan in Kansas City verhaftet, nachdem er auf den Parkplätzen zweier jüdischer Gemeinschaftszentren um sich geschossen und drei Menschen – alle Christen – getötet hatte. Viele der Organisationen, mit denen Miller sympathisiert, schlaffen hingegen ab. Nach dem neusten Jahresbericht des Southern Poverty Law Center (SPLC) erlitt Amerikas radikale Rechte 2013 zum ersten Mal eine klare Einbusse (siehe Diashow oben). Das Forschungszentrum in Alabama führt genau Buch über die vielen rassistischen und patriotisch-rechtsradikalen Gruppierungen der USA und verzeichnet sie auf einer «Hate Map» – einer Hasskarte. Laut diesen Erhebungen sank die Zahl der rassistischen Gruppen zwischen 2012 und 2013 von 1007 auf 939. Auch bei den rechtsnationalen «Patriot-Gruppen» war ein Rückgang zu verzeichnen: von 1360 zu 1096. Im historischen Vergleich sind die Zahlen immer noch hoch. Aber die teils dramatische Zunahme der Gruppierungen im letzten Jahrzehnt ist vorbei. Das gilt vor allem für die «Patriot-Gruppen», zu denen auch regierungsfeindliche Milizen zählen. Ihre Zahl ist nach der Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten im Jahr 2008 geradezu explodiert. Von lediglich 149 im Wahljahr stieg sie auf 1360 vier Jahre später.SPLC-Forschungsleiter Mark Potok erklärte damals den Anstieg damit, dass Obama «das neue Symbol ist für alles, was mit dem Land nicht stimmt – der kenianische Präsident, der heimliche Muslim, der den Niedergang unseres Landes herbeiführt». Die politische Rhetorik habe Öl ins Feuer geschüttet, glaubt Potok: «Je polarisierter die politische Szene ist, desto mehr Extreme gibt es.»Doch jetzt sei die Luft draussen, schreibt Potok im neusten Jahresbericht. Die für die politische Rechte überraschende Wiederwahl des Präsidenten 2012 «scheint die Energie von vielen geschwächt zu haben, die einen Aufstand der Amerikaner gegen ihn erwartet hatten». Zudem seien viele der von den Radikalen vorausgesagten politischen Katastrophen nicht eingetreten. Obama habe seine Pläne für schärfere Waffengesetze und ein neues Einwanderungsrecht nicht verwirklichen können. Entsprechend legte sich bei vielen die Angst, das Amerika ihrer Vorstellung werde untergehen.Hinzu kamen Erfolge der Gesetzeshüter gegen Gruppen, die als einheimische terroristische Bewegungen eingestuft werden. Letztes Jahr wanderte der Anführer der Republic for the United States of America für 18 Jahre hinter Gitter. In Nachfolge des Anschlags von 2012 auf einen Sikh-Tempel in Wisconsin, bei dem sechs Menschen ermordet wurden, lösten sich alle 17 Ortsgruppen der Volksfront auf, einer einst führenden Neonazi-Organisation aus Oregon.

Kein Zuwachs bei Neonazis und KKK

Der SPLC-Bericht zählt weitere Verlierer unter den Rechtsaussengruppen auf. Dazu gehören schwarze Separatisten, deren Führer Malik Zulu Shabazz zurücktrat, ein antisemitischer Ex-Chef der New Black Panther Party. Einen Niedergang mussten auch Christian Identity Groups hinnehmen. Und die einst grösste aller Neonazi-Organisationen, die National Alliance, ist laut SPLC ein Schatten ihrer selbst.Die Schwarzenhasser des Ku-Klux-Klans hielten sich auf dem historisch tiefen Niveau von 163 Ortsgruppen, nachdem sie im Jahr zuvor ein Drittel ihres vormaligen Bestands verloren hatten. Der einst Millionen Mitglieder zählenden Geheimorganisation half es nicht, dass 2013 zwei KKK-Mitglieder in New York State eine Röntgenkanone basteln wollten, um Muslime – und Obama – zu töten.Aus europäischer Sicht ist die Vielfalt der radikalen Szene erstaunlich. Anders als in der Schweiz und den meisten europäischen Ländern erlaubt in den USA die Verfassung solche Gruppierungen unter dem Prinzip der Redefreiheit. Weil es so viele militante Organisationen gibt, geht von ihnen eine grosse Gefahr aus. Das SPLC-Institut will demnächst eine Studie herausgeben, wonach allein die Benutzer der Website Stormfront.org in den letzten fünf Jahren für fast 100 Morde verantwortlich waren.Auf den jüngsten Anschlag bei Kansas City reagierten Sympathisanten aus der rechten Ecke unterschiedlich. Don Black, der Gründer von Stormfront.org, distanzierte sich vom Schützen Miller. «Wir haben genug Probleme damit, wie wir dargestellt werden», sagte Black zu «The Daily Beast». «So einen Killer-Job, der dies verstärkt, brauchen wir nicht.» Tatsächlich rührt die Abneigung Blacks aber wohl daher, dass Miller in den 80er-Jahren als Petze gegen eine Neonazi-Gruppe ausgesagt hatte.Andere Rechtsradikale begrüssten Millers dreifachen Mord. «Drei sind nicht schlecht – Heil Hitler, Brother», schrieb ein John aus Kanada auf der Website des Vanguard News Network. Ein anderer beklagte, dass die Getöteten Christen waren und nicht Juden: «Millers Motive waren lupenrein, aber die Ausführung war katastrophal.» Auf der VNN-Site tummelte sich Miller am liebsten. Laut SPLC hat der Judenhasser dort 12’683 Einträge hinterlassen.Wie es nun weitergeht, wird sich zeigen. In den amerikanischen Medien hält sich die Aufregung über die Bluttat in Grenzen. Die von den Rechtsextremen ausgehende Gefahr bleibe bestehen, selbst bei sinkenden Zahlen, schreibt jedoch Potok vom SPLC. «Wenn Gruppen schwächer werden, hat das oft zur Folge, dass der Schritt ihrer Anhänger zum Handeln erleichtert anstatt erschwert wird.»

Hier findet man alle Gruppen in den USA: Quelle

Dem ist Absolut nicht so. Die Medien und die Justiz sehen nicht hinter die Verbindungen  und Strukturen der Kameradschaften.  

Bruderschaft 1291

 

Unser Blog enthält Themen die in der Komplexität nicht für Jugendliche geeignet sind. Wir tolerieren keine Gewaltaufrufe und rassistische Äusserungen. Bruderschaft 1291

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