Bürgermeister: «Selbst die Polizei hatte Angst»


Mehrere hundert Neonazis haben am Samstag in der grenznahen elsässischen Gemeinde Oltingue Hitlers 125. Geburtstag gefeiert – und Polizei und Behörden das Fürchten gelehrt. Quelle

Die haben uns reingelegt», sagt André Scherrer, Bürgermeister des elsässischen Dorfs Oltingue, wo am Ostersamstag rund 150 Neonazis aus ganz Europa den 125. Geburtstag von Adolf Hitler feierten. Ein Deutscher und ein Franzose hätten zuvor bei der Gemeinde angefragt, ob sie die Sporthalle für ein «Geburtstagsessen» mieten dürften. «Sie haben einen anständigen Eindruck gemacht und alle nötigen Papiere vorgelegt», erzählt der Bürgermeister weiter.Als dann am Samstag über 150 Neonazis aus Frankreich, Deutschland, Italien, der Schweiz und Tschechien in die Turnhalle strömten, habe er seinen Augen nicht getraut und die Polizei in Ferrette alarmiert. «Diese ist auch gekommen und hat unweit des Saals Stellung bezogen», so Scherrer. In den Saal hineingetraut hätten sie sich nicht, was auch verständlich sei. «Auch die Polizisten hatten Angst vor dieser grossen Anzahl Neonazis – hätten sie die Veranstaltung aufgelöst, wäre es wahrscheinlich schnell unfreundlich geworden.»Das Konzert der sechs in rechtsextremen Kreisen international bekannten Bands wurde schon vor Monaten mittels Flyer angekündigt. Der Ort wurde jedoch bis zuletzt geheim gehalten und war lediglich via eine deutsche Telefonnummer zu erfahren.Dass das Solidaritätskonzert für die «Nationale Bewegung» ausgerechnet im grenznahen Elsass stattfand, ist gemäss einer Einschätzung auf dem linksextremen Blog Indymedia.org kein Zufall. Neonazi-Konzerte im Dreiländereck würden sich langsam zur Tradition entwickeln und nicht selten werde Frankreich als optimaler Austragungsort gewählt. Dies, weil die Behörden dort im Gegensatz zu Deutschland und der Schweiz mit «Desinteresse und Ignoranz» reagierten.Dass sie ignorant gewesen seien, bestreitet Bürgermeister Scherrer heftig. «Wir waren gemeinsam mit der Polizei die ganze Nacht vor Ort und sorgten dafür, dass alles friedlich blieb.» Dass es im Elsass immer wieder zu Neonazi-Anlässen kommt, bestätigt er hingegen. «Erst vor wenigen Monaten hat es in einer nicht weit entfernten Gemeinde einen ähnlichen Fall gegeben.» Aus diesem Grund werde er beim nächsten Mal genauer hinschauen, wenn Auswärtige die Sporthalle mieten wollen.Die zuständige Polizeistation in Ferrette bestätigte auf Anfrage von 20 Minuten, dass am Samstag in Oltingue ein Neonazi-Konzert stattgefunden hat, ohne weitere Angaben zu machen.

Das ist nicht verboten, auch so eine Party ist legal

Unser Blog enthält Themen die in der Komplexität nicht für Jugendliche geeignet sind. Wir tolerieren keine Gewaltaufrufe und rassistische Äusserungen. Bruderschaft 1291

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