Vom Neger zum Afroamerikaner: Brauchen wir eine politisch korrekte Sprache?


Der Negerkuss ist zum Schokokuss geworden, das behinderte zum besonderen Kind und ein schwer erziehbarer Jugendlicher fühlt sich als verhaltensoriginell besser beschrieben. Welche Sprachanpassungen sinnvoll sind und wann gut gemeinte Ideen ins Gegenteil umschlagen. Quelle

Anfang 2014 nahm Haribo die Lakritzmischung „Skipper Mix“ vom Markt. Die Süßigkeiten zeigten afrikanische, asiatische und indianische Masken und Gesichter. Die Schweden und Dänen hatten sich über diese Bildsprache der Lakritze empört und sie als rassistisch bezeichnet. In Deutschland führte im vergangenen Jahr die Anpassung von Kinderbuchklassikern an eine politisch korrekte Sprache zu einer hitzigen Diskussion. Sollten  neben dem „Negerlein“ aus Otfried Preußlers Klassiker „Die kleine Hexe“ auch die „Türken mit roten Mützen und weiten Pluderhosen“ gestrichen werden? Hat „das kleine Gespenst“ gar rassistische Gedanken, wenn es sich – nach einer Begegnung mit dem Sonnenlicht pechschwarz geworden – wünscht, wieder weiß zu sein?In den vergangenen Jahren hat sich in Deutschland ein Bewusstsein für eine politisch korrekte und weniger verletzende Sprache entwickelt. Der Negerkuss heißt jetzt Schokokuss, behinderte gelten als anders befähigt und schwer erziehbare verwandelten sich in verhaltensoriginelle Kinder. Entstanden ist die Idee einer politisch korrekten Sprache in den 1980er-Jahren in Amerika. Dort hatte sich an den Universitäten eine Bewegung gebildet, die forderte, Menschen nicht aufgrund ihrer Körperfarbe, einer Behinderung, der sexuellen Orientierung oder ähnlichem zu diskriminieren. Die „Political Correctness“ (PC) oder Politische Korrektheit sollte die Bevölkerung dafür sensibilisieren, dass unangemessene Wörter andere Menschen verletzen können.Andererseits schuf die angepasste Sprache Unsicherheiten. Was gestern noch korrekt war, konnte schließlich schon heute wieder mit Vorurteilen behaftet sein. So verwandelte sich der „Neger“ zuerst in den zunächst nicht als diskriminierend angesehenen Ausdruck „Schwarzer“, dann in einen „Farbigen“ und heute sollte jemand mit dunkler Hautfarbe korrekt als Afro-Amerikaner bezeichnet werden.  Zudem kann politisch korrekte Sprache zu Ungenauigkeiten führen. „Setzt man für behindertes Kind das besondere Kind ein, bleibt der Ersatzausdruck so vage, dass für den Kommunikationszusammenhang wichtige Informationen fehlen können“, schreibt etwa die Bundeszentrale für politische Bildung auf ihren Internetseiten. Bis zu welchem Punkt sind Änderungen also überhaupt sinnvoll?Darüber sind sich die Deutschen uneins. Das zeigte schon die Diskussion über die Anpassung der Kinderbuchklassiker. Eine Umfrage der „Bild am Sonntag“ unter 500 Menschen ab 14 Jahren brachte ans Licht, dass etwa 50 Prozent der Befragten sich dafür aussprachen, diskriminierende Worte wie „Neger“ oder „Zigeuner“ aus Kinderbüchern zu entfernen, 48 Prozent stimmten dagegen.Die Diskussion entstand, weil sich ein Vater darüber beschwert hatte, dass seine dunkelhäutige Tochter in einem Kinderbuchklassiker von Ottfried Preußler das verletzende Wort Neger gelesen hatte. Preußler stimmte einer Neuauflage zu und der Verlag kündigte einem Bericht der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zufolge an, aus einer Passage des Kinderbuchklassikers„Die kleine Hexe“ belastete Worte  wie „Negerlein“ oder „Chinesinnen“ zu entfernen

Wie weit geht es noch, bis zu totalen Redeverbot?   

Ein Gedanke zu „Vom Neger zum Afroamerikaner: Brauchen wir eine politisch korrekte Sprache?

Unser Blog enthält Themen die in der Komplexität nicht für Jugendliche geeignet sind. Wir tolerieren keine Gewaltaufrufe und rassistische Äusserungen. Bruderschaft 1291

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