Bürger sind gegen 15 Standplätze für Fahrende


127 Stimmen haben entschieden: Der geplante Durchgangsplatz für Fahrende in Thal SG wird nicht gebaut.  Quelle

In der St. Galler Gemeinde Thal entsteht kein Durchgangsplatz für Fahrende. Die Umzonung des Areals «Fuchsloch» wurde mit 1183 zu 1056 Stimmen knapp abgelehnt. Zur Abstimmung kam es, weil Gegner das Referendum ergriffen hatten. Die Stimmbeteiligung lag bei 55,5 Prozent.480 Stimmberechtigte hatten sich gegen den geplanten Durchgangsplatz gewehrt und das Referendum gegen die Umzonung des Areals mit Platz für 15 Wohnwagen unterzeichnet. Anfang Mai luden Gemeinde und Kanton zu einer Informationsveranstaltung zum umstrittenen Durchgangsplatz.«Offenbar konnten wir das Unbehagen der Bevölkerung gegenüber Fahrenden nicht ausräumen», sagte Gemeindepräsident Robert Raths nach der Abstimmung der Nachrichtenagentur sda. Die Gegner hätten mit allen Mitteln versucht, Stimmung gegen den geplanten Durchgangsplatz zu machen. «Das Resultat war knapp, das ist schade», sagte Raths.Der Platz in Thal hätte in erster Linie Schweizer Fahrenden zur Verfügung stehen sollen. Die Bau- und und Erschliessungskosten hätte der Kanton übernommen. Der Gemeinde wären keine Kosten entstanden, weil Betrieb und Unterhalt über Standgebühren finanziert worden wären.In der Schweiz gibt derzeit es 15 Standplätze und 45 Durchgangsplätze für Fahrende. Nötig wären laut Fachleuten jedoch 40 Stand- und 80 Durchgangsplätze. Für die Bereitstellung der Plätze zuständig sind die Kantone zuständig. Viele Gemeinden wehren sich jedoch gegen die Einrichtung von Plätzen auf ihrem Gebiet.Eine grössere Gruppe Jenischer hatte Ende April auf der Kleinen Allmend in Bern ein Protestcamp eingerichtet, um gegen fehlende Stand- und Durchgangsplätze im Kanton Bern und in der gesamten Schweiz zu protestieren.Die Stadt Bern zeigte zwar Verständnis für die Anliegen der Fahrenden, liess das Gelände aber dennoch polizeilich räumen, weil es für die kurz vor der Eröffnung stehende Frühjahrsmesse BEA benötigt wurde.Die Gruppe Jenischer zog nach Nidau, wo sie auf dem ehemaligen Gelände der Landesausstellung Expo.02 ihren Protest fortsetzte. Die örtlichen Behörden fühlten sich zunächst überrumpelt, boten dann aber Hand, damit die Fahrenden rund zwei Wochen bleiben konnten.In dieser Zeit sollte, zusammen mit dem Kanton Bern, eine Lösung gefunden werden. Anfang Mai informierten die Städte Bern und Biel, dass sie den Jenischen bis im August je ein Gelände zur Verfügung stellen. Bis im August, so die Hoffnung, sollen mittel- und langfristige Lösungen gefunden werden.

Wir gratulieren. Oder kommt jetzt der Bundesrat und schreibt es vor, wie bei den Asylunterkünften?  

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