Der Ku-Klux-Klan strebt nach neuer Grösse


Der Ku-Klux-Klan war einmal fast von der Bildfläche verschwunden. Doch wegen Donald Trump schöpfen die US-Rassisten Hoffnung. Quelle

Gegründet in den Südstaaten nach dem verlorenen Bürgerkrieg vor rund 150 Jahren, hat sich der umstrittene Ku-Klux-Klan (KKK) bis heute gehalten: Dazwischen lagen ein Verbot des rassistischen Geheimbundes und sein Wiederaufleben, Mitgliederzuwachs und Schwund – und natürlich grausame Verbrechen gegen Schwarze im Zuge der US-Bürgerrechtsbewegung der 1960er-Jahre. Viele meinten, dass die hasserfüllte Organisation mit ihren weissen, gespensterartigen Roben der Geschichte angehört.Doch dem ist nicht so. Der KKK ist in Form von Splittergruppen am Leben und träumt davon, sich wieder zur einstigen Grösse aufzuschwingen. Die meisten der heutigen Gruppen sind Insidern zufolge klein und agieren unabhängig. Doch einige planen, sich mit grösseren Gruppen zusammenzuschliessen, um an Stärke zu gewinnen.«Wir arbeiten daran, uns diesen Sommer zu vereinen oder eine Allianz zu bilden», sagte etwa Brent Waller, der Zeremonienmeister der Gruppe United Dixie White Knights im US-Staat Mississippi. Zusammenschlüsse scheitern jedoch oftmals an unterschiedlichen Ansichten, ob etwa öffentliche Kundgebungen abgehalten werden sollen oder die Klan-Roben andere Farben ausser Weiss haben können.Klan-Mitglieder finden sich immer noch zu Dutzenden auf Privatgrundstücken in den US-Südstaaten zusammen, um nachts Kreuze abzufackeln. Dabei singen sie zusammen «Weisse Macht!» oder «Tod unseren Feinden!» Flugblätter des KKK fanden sich in den vergangenen Monaten in Briefkästen von Staaten im tiefen Süden der USA wie Louisiana bis in den Nordosten des Landes.Allerdings scheuen viele der Gruppen davor zurück, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Auch sind einige in ihrer Bezeichnung von KKK abgerückt, um negative Assoziationen zu vermeiden. Andere stellen Videos gegen ethnische Vielfalt ins Netz oder warnen vor einem «Völkermord» an Weissen.In Interviews sagten einige Klan-Chefs der Nachrichtenagentur AP, dass die aktuelle US-Politik ihnen in die Hände spiele, etwa mit einigen der Wahlkampfaussagen von Präsidentschaftsbewerber Donald Trump. «Wir haben schon vor 40 Jahren gesagt, wir brauchen eine Mauer», sagte Klan-Chef Thomas Robb aus dem US-Staat Arkansas.Und: Die Mitgliederzahl der Gruppen sei seit der zweiten Amtszeit von US-Präsident Barack Obama gestiegen, sagen Klan-Chefs, ohne allerdings den Zulauf zu beziffern. Überhaupt ist sehr unklar, welche Dimension der Klan landesweit hat, weil niemand die genauen Zahlen offenlegt.Mitglied zu werden ist einfach – man muss nur weiss und Christ sein. In Internetshops können markengeschützte Roben bestellt werden – in weisser Baumwolle für 145 Dollar oder in der Satin-Nobelversion für 165 Dollar, zu der viele greifen.Während der Klan im vergangenen Jahrhundert lange Zeit Minderheiten terrorisierte, geben sich die KKK-Chefs heute eher zahm und heissen Gewalt nur zur Selbstverteidigung gut. Sogar Gegner bescheinigen den KKK-Gruppen, sie hätten sich gemässigt, nachdem eine Reihe von Mitgliedern für tödliche Übergriffe ins Gefängnis musste.«Der KKK ist auch heute noch in Gräueltaten verwickelt, aber man kann es nicht mit der Gewalt des Klans in den 1960er-Jahren vergleichen», sagt Mark Potok von der Menschenrechtsgruppe Southern Poverty Law Center, die die Aktivitäten von Gruppen beobachtet, die als extremistisch gelten.Die Entstehungsgeschichte des KKK geht auf das Ende des amerikanischen Bürgerkriegs zurück, als die Nordstaaten über die Südstaaten siegten, die Sklaverei auch dort abgeschafft wurde und sich als Folge dessen die dortige Gesellschaftsordnung radikal veränderte. Kurz nach Kriegsende im Dezember 1865 gründeten sechs Südstaatenoffiziere in Pulaski im US-Staat Tennessee den Klan. Dieser glich anfangs mit seinen Roben, alten Titeln und Zeremonien eher einer studentischen Verbindung. Doch bald wurden freigelassene Schwarze terrorisiert und Hunderte getötet, als Weisse versuchten, die Kontrolle in den Südstaaten zurückzugewinnen. Der KKK wurde dafür verantwortlich gemacht und 1871 verboten.Im Ersten Weltkrieg, mit der Ankunft immer grösserer Einwandererströme, kam es zu einem ersten Wiederaufleben des KKK mit Millionen Mitgliedern auch aus Gesellschaftskreisen wie Bankern und Rechtsanwälten. In den 1960er-Jahren, auf dem Höhepunkt der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, wurden Klan-Mitglieder wegen einer Reihe von Morden in Staaten wie Alabama oder Mississippi verurteilt. Die Bewegung schrumpfte damals auf geschätzte 40’000 Mitglieder und verschwand in den 1980er-Jahren Historikern zufolge fast ganz von der Bildfläche. Doch jetzt soll sich das nach dem Willen der Klan-Mitglieder wieder ändern.

Auch in Europa werden es mehr

Unser Blog enthält Themen die in der Komplexität nicht für Jugendliche geeignet sind. Wir tolerieren keine Gewaltaufrufe und rassistische Äusserungen. Bruderschaft 1291

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