Die Treffsicherheit sinkt


ARMEE ⋅ Immer mehr Armeeangehörige erledigen das «Obligatorische» auf den letzten Drücker. Und immer mehr verpassen die Mindestpunktzahl. Derweil gerät die ausserdienstliche Schiesspflicht politisch unter Druck. Quelle

Den Säumigen diktiert das Militär an Wochenenden im Oktober und November das Freizeitprogramm: Armeeangehörige (AdA), die bis zum 31. August die ausserdienstliche Schiesspflicht nicht erfüllt haben, sind gehalten, ausgerüstet mit dem Sturmgewehr, einen Nachschiesskurs zu absolvieren. Im letzten Jahr mussten gut 6000 Personen antraben, 2010 waren es noch knapp 5000. Dies teilte die Armee auf Anfrage unserer Zeitung mit.Nicht nur mit der Disziplin, sondern auch mit der Treffsicherheit steht es nicht zum Besten. ­ Im vergangenen Jahr erhielten 367 AdA einen Marschbefehl für ­einen Verbliebenenkurs, 2010 waren es bloss 309. Zu einen ­Verbliebenenkurs werden AdA aufgeboten, welche die erforderliche Punktzahl nicht erreichen, also nicht genug treffsicher sind.Sind die AdA von heute die schlechteren Schützen? Oder handelt es sich um einen statistischen Zufall? Die Armee kann sich den Leistungsabfall nicht erklären. «Sicher ist, dass diese Prozentzahl im Vergleich zu den Schiesspflichtigen immer gering bleibt», sagt Sprecherin Del­phine Allemand. Im letzten Jahr wurden 126746 AdA für das «Obligatorische» aufgeboten.9711 AdA, knapp 8 Prozent, foutierten sich ganz um die Schiesspflicht. Die kantonalen Militär­behörden sprechen Bussen aus, die sich im Wiederholungsfall ständig erhöhen. Im Kanton Zug zum Beispiel muss ein Obligatorisch-Sünder beim ersten Mal 100 Franken hinblättern, beim dritten Mal sind es 600 Franken. Nicht auf alle AdA entfalten die Bussen eine genügend abschreckende Wirkung. Ab dem fünften Nichterfüllen droht ein Militärstrafverfahren. Die Militärjustiz verurteilte letztes Jahr 333 AdA, die das «Obligatorische» notorisch geschwänzt haben. Armeeangehörige, denen das Obligatorische ein Dorn im Auge ist, hoffen jetzt auf die Politik. Die Zürcher SP-Nationalrätin Chantal Galladé verlangt in einer Motion die Abschaffung der ausserdienstlichen Schiesspflicht. Der Ausbildungsnutzen sei klein, der Aufwand aber relativ gross. Zudem sei das «Obligatorische» zu einer Art Subventionierung der Schiessvereine verkommen.Die Schützenvereine führen die ausserdienstliche Schiesspflicht im Auftrag der Armee durch. Pro AdA, der bei ihnen das «Obligatorische» erledigt, erhalten sie 20.50 Franken. Insgesamt entschädigte die Armee die Schützenvereine letztes Jahr mit 2,8 Millionen Franken. Rund 250 000 Franken flossen an den Schweizer Schiesssportverband (SSV). Deren Präsident Luca Filippini wehrt sich gegen den Vorwurf, die Schiessvereine würden subventioniert: «Die Entschädigung misst sich an den Leistungen, welche die Schützenvereine zu Gunsten der Armee erbringen», sagt er.Im Parlament scheiterten vor vier Jahren zuletzt die Grünliberalen mit dem Versuch, das «Obligatorische» zu kippen. Die bürgerliche Mehrheit setzte sich im Nationalrat mit 91 zu 66 Stimmen durch. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Rat dürfte auch Chantal Galladé mit ihrem Vorstoss nur geringe Erfolgschancen haben. Kein Politiker aus dem bürgerlichen Lager hat ihre Motion mitunterzeichnet.Auch der Bundesrat hält am «Obligatorischen» fest, wie er an seiner Sitzung vom Mittwoch entschied. Es erfülle weiterhin zwei wesentliche Funktionen: das Üben des 300-Meter-Präzisionsschiessens und das Training im Umgang mit der persönlichen Waffe. Das «Obligatorische» sei besonders für jene AdA wichtig, die Wiederholungskurse (WK) verschieben würden. Die Schiesspflicht in eben diesen zu erfüllen, hält der Bundesrat für eine schlechte Idee. Es würde weniger Zeit für andere Lerninhalte übrig bleiben, gibt er zu bedenken. Zudem sei der finanzielle und zeitliche Aufwand, gemessen am Ausbildungsnutzen, klein. Zu den gut 3 Millionen Franken, die ins Schützenwesen fliessen, kommen 3,5 Millionen Franken für die Munition.

Das ist doch kein Wunder, keine Ehre und Treue!! 

„Wenn der Krieg verloren geht, ist es vollkommen egal, wenn das Volk mit untergeht. Ich könnte darüber noch keine Träne weinen, denn es hätte nichts anderes verdient.“

Unser Blog enthält Themen die in der Komplexität nicht für Jugendliche geeignet sind. Wir tolerieren keine Gewaltaufrufe und rassistische Äusserungen. Bruderschaft 1291

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