Chauffeur nach Angriff auf Fahrgast freigesprochen


Ein Nachtbus-Chauffeur wurde nach einer Schlägerei vom Strafrichter in Muttenz freigesprochen. Gewalt gegen ÖV-Personal ist auch bei BVB und BLT ein Dauerthema. Quelle

Ein 53-jähriger Chauffeur eines Postauto-Nachtbusses von Dornach-Arlesheim nach Bretzwil wurde am Dienstag vom Strafgericht Muttenz freigesprochen. Er musste sich wegen einfacher Körperverletzung verantworten, da er im Mai 2016 bei einem Streit mit Jugendlichen handgreiflich wurde, so die «BZ Basel».Einer der jungen Männer hatte kurz vor der Eskalation gegen den Bus getreten. Der Busführer stieg aus, um den Verantwortlichen zur Rede zu stellen. Daraufhin geriet die Situation ausser Kontrolle: Ein 18-Jähriger schlug den Fahrer ins Gesicht, woraufhin dieser ihm das Knie in die Magengegend rammte. «Ich habe mich lange genug zurückgenommen. Aber als ich Schmerzen hatte, musste ich ja irgendwas tun. Er hat mir den Arm verdreht. Die waren gewaltbereit und hoch aggressiv», so der 53-Jährige.In den Augen von Gerichtspräsident Andreas Schröder war das Verhalten des Mannes nachvollziehbar: «Sie standen einer ganzen Horde von alkoholisierten Jugendlichen gegenüber. Das war in der Tat eine höchst bedrohliche Situation. Für das Gericht ist eindeutig, dass Sie das Opfer waren.» Gewalt gegen ÖV-Angestellte sei ein präsentes Thema – vor allem die Hemmschwelle für Gewaltäusserungen würde sinken, weiss BVB-Sprecherin Claudia Demel. «Vor allem verbale Gewalt nimmt gegenüber unserem Fahr- und Kontrollpersonal zu.» Problematisch werde es, wenn bei den Angreifern Alkohol im Spiel sei. Die Nächte und frühen Morgenstunden am Wochenende seien besonders heikel.Mit obligatorischen Deeskalationskursen und Sicherheitspersonal, das die Kontrolleure am Abend und in der Nacht begleitet, gehe die BVB präventiv gegen Eskalationen vor.Diese Sicherheits-Standards hätten auch bei der BLT zu guten Ergebnissen geführt. «Grundsätzlich gibt es keine Probeme mit gewalttätigen Fahrgästen, die unser Personal attackieren – wenn man mal von absoluten Ausnahmen absieht», so BLT-Direktor Andreas Büttiker. Zu verdanken sei dies auch der Video-Überwachung in den Bussen und Trams, die auf potentielle Täter abschreckend wirke. Büttiker: «Wir haben die Verantwortung, unsere Leute zu schützen.»

Das ist doch zu hoffen, er war das Opfer! Notwehr ist ein Recht.

Tausende Schweizer mit illegalen Waffen erwischt


Wurfsterne, Schmetterlingsmesser oder Elektroschocker: Grenzwächter beschlagnahmen immer mehr Waffen, die in der Schweiz verboten sind. Quelle

Die Zahl der Vergehen gegen das Waffengesetz hat sich seit 2009 praktisch verdoppelt. Registrierte das Bundesamt für Statistik vor sieben Jahren noch 2531 Straftaten, waren es 2015 bereits 4524. Zugenommen haben vor allem die Fälle bei den Zollbehörden: 2011 beschlagnahmten die Grenzwächter bei Kontrollen insgesamt 1308 Waffen. Vergangenes Jahr wurden schon 2243 verbotene Waffen gefunden.Laut David Marquis, Sprecher der Eidgenössischen Zollverwaltung, sind dies vor allem Schmetterlingsmesser, Schlagringe, Schlagstöcke, Tränengas-Sprays und Softairguns. Nur ganz wenige Fälle betrafen Schusswaffen – im vergangenen Jahr waren es insgesamt 76 Stück. Ob die vielen Funde verbotener Waffen im Zusammenhang mit vermehrten Kontrollen stehen, will man beim Zoll «aus einsatztaktischen Gründen» nicht sagen.Eine Vermutung stellt Marquis aber an: «Die Unkenntnis der Bestimmungen könnte die Hauptursache für die Zunahme sein.» Die Personen würden die Waffen bewusst oder unbewusst beim Grenzübertritt mitführen. Gerade Schmetterlingsmesser würden oft im Ausland erworben. Die Käufer seien sich aber nicht bewusst, dass einhändig bedienbare Messer mit automatischem Mechanismus in der Schweiz verboten seien. Ähnlich verhalte es sich bei den Tränengas-Sprays, die man in der Schweiz nur mit einer Erlaubnis zum Waffentragen auf sich führen dürfe, während Pfeffersprays erlaubt seien.Interessant ist, dass vor allem Männern zwischen 15 und 30 Jahren mit verbotenen Waffen erwischt werden. Verfahren gegen sie machen rund die Hälfte aller Fälle aus. Das ist offenbar die Klientel, die gern Schmetterlingsmesser, Wurfsterne oder Schlagringe besitzt. Kriminologe Martin Killias geht davon aus, dass es sich bei den Beschuldigten um eine Teilgruppe der Bevölkerung handelt, die Gewalt verherrlicht und eine Affinität zu Waffen hat. «Sie fliegen durch die verstärkten Kontrollen nun auf.»

Immer mehr Frauen mit verbotenen Waffen

Stark zugenommen haben auch Verfahren gegen Frauen. Sie machen zwar weniger als 10 Prozent der Beschuldigten aus, die Strafverfahren gegen sie haben sich seit 2009 aber mehr als verdreifacht. Schuld daran könnten Tränengas-Sprays und Elektroschocker sein. Solche verbotenen Waffen stellte der Zoll vermehrt sicher.«Grundsätzlich ist es die Pflicht des Bürgers, sich darüber zu informieren, ob eine Waffe erlaubt oder verboten ist», sagt Alexander Rechsteiner, Sprecher des Bundesamts für Polizei (Fedpol). Das Fedpol informiere im Internet und gebe eine Broschüre heraus, die man auch bestellen könne. «Darin sind alle Fragen des Waffengesetzes erläutert.» Auskunft gäben zudem die Zentralstelle Waffen des Bundes oder die Waffenbüros der Kantone.

Das ist kein Wunder! Aber Beweisstück 55 ist ein Pfefferspray das ist keine Waffe im herkömmlichen sinne und auch nicht verboten!