Unter 30-Jährige sollen keine IV mehr bekommen


Psychisch Kranke unter 30 Jahren sollen keine IV-Rente mehr erhalten, fordert die Sozialkommission des Nationalrats. Kritiker befürchten, dass sie in die Sozialhilfe abgeschoben werden.  Quelle

m Hinblick auf die IV-Revision diskutiert die Sozialkommission des Nationalrats eine bessere Integration von unter 30-Jährigen in den Arbeitsmarkt. IV-Renten sollen demnach nicht mehr an junge Bezüger ausbezahlt werden, die an einer psychischen Erkrankung leiden, schreibt der «Tages-Anzeiger». Stattdessen soll die Invalidenversicherung die Betroffenen in den Arbeitsmarkt integrieren. Wer ein Geburtsgebrechen oder ein schweres körperliches Leiden hat, erhält weiterhin eine Rente.Rund 3000 unter 30-Jährige beziehen pro Jahr eine IV-Rente. Zwei Drittel davon leiden an einer psychischen Erkrankung. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es gar 70 bis 80 Prozent. Gerade in dieser Altersgruppe stagniert die Zahl der Neurenten, während sie in allen anderen Altersgruppen zurückgeht. Bis Mitte Mai soll nun das Bundesamt für Sozialversicherungen einen Bericht vorlegen, in dem die Auswirkungen bei einer Umsetzung der Forderung aufgezeigt werden, so die Zeitung.

Gegner befürchten Verlagerung zur Sozialhilfe

Damit die schnelle Integration gelinge, sollen den Betroffenen wenn nötig Taggelder ausbezahlt werden. Die Debatte ist nicht ganz neu: So hatten schon FDP, Arbeitgeber- und Gewerbeverband vom Bundesrat eine solche Alterslimite gefordert. Nur wer sich dauerhaft nicht integrieren lasse, soll weiterhin eine Rente erhalten. Der Bundesrat hatte die Vernehmlassung abgelehnt, will aber die Eingliederungsmassnahmen für junge psychisch Kranke verstärken.Linke Politiker befürchten, dass es den Befürwortern nur ums Sparen geht. SP-Nationalrätin Silvia Schenker glaubt etwa, dass die Betroffenen bei der Sozialhilfe landen würden. Die heutigen IV-Bezüger mit einer diagnostizierten psychischen Erkrankung könnten kaum und nur schwer in den Arbeitsmarkt integriert werden. Gleichzeitig zahle die IV in der Eingliederungsphase zwei bis drei Jahre lang Taggelder. Schenker befürchtet deshalb, dass die Taggelder die IV mehr kosten würden als eine Rente, wie sie dem «Tages-Anzeiger» erklärt.

Auch Behindertenverbände stellen sich gegen die Forderung. «Eine generelle Alterslimite wäre für die meisten jungen Menschen mit Behinderungen existenzbedrohend», sagt Marc Moser von Inclusion Handicap.

Die Befürworter betonen, dass es nicht ums Sparen gehe. Sie stützen sich auf die Meinung von Niklas Baer, Leiter der Fachstelle Psychiatrische Rehabilitation an der Psychiatrie Baselland, der bereits an Studien zum Thema beteiligt war. Er glaubt, dass unter 30-Jährige mit einer IV-Rente oft dauerhaft ausgegliedert statt integriert werden. Auch wenn die Eingliederung die IV kurzzeitig mehr kosten würde, sollen Betroffene einem gewissen Druck ausgesetzt werden. Die Verlagerung zur Sozialhilfe sei nicht das Ziel.Auch SVP-Nationalrat Sebastian Frehner glaubt, dass es unter den Angesprochenen viele gebe, die arbeiten würden, wenn der finanzielle Druck gross genug sei, sagt er zur Zeitung. Die Rente solle deshalb jenen gestrichen werden, die nie gearbeitet hätten und wegen einer psychischen Krankheit IV beziehen. «Sie müssten künftig eben von der Sozialhilfe leben, was nicht so lustig ist, weil die Sozialhilfe tendenziell tiefer ist als die IV-Rente.»

Besser nach Nationalitäten sortieren! Und dann 100% Swiss Made Vorrang !!